Mitwirkende der Arbeitsgruppe Barrierearme Gastronomie bei der Abschlussveranstaltung

Teilhabe für alle: Barrierearme Gastronomie in Paderborn

erster Gastro Führer erschienen

Ein unbekanntes Restaurant besuchen oder spontan eine neue Kneipe testen? Für
Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, kann diese Idee oft mit einer
unerfreulichen Überraschung enden, wenn plötzlich unüberwindbare Stufen den Zugang
unmöglich machen oder es kein barrierefreies WC gibt.
Um einen Überblick zu verschaffen, wo in Paderborn barrierefreie oder barrierearme
Gastronomieangebote zu finden sind, hat eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe die
Zugänglichkeiten von Gastronomiebetrieben in Paderborn unter die Lupe genommen.
Das Ergebnis ist nun im ersten Gastroführer für barrierearme Gastronomie erschienen.
Auf über 120 Seiten zeigt der Führer auf, ob es Barrieren gibt, wie breit Türen sind, ob ein
Behinderten-WC zur Verfügung steht oder wie die Akustik und Beleuchtung ist.
„Es freut uns sehr, dass Menschen mit Behinderung sich nun vor dem Besuch einer
Gaststätte einen Überblick über die Situation vor Ort machen können“, so Rainer Zahl von
der Koordinierungsstelle für Inklusion und Integration der Stadt Paderborn.
Um dies zu ermöglichen, hat das Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben OWL einen
Fragebogen entwickelt. Mehr als 20 Engagierte mit und ohne Behinderung besuchten nach
der Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr die Gastronomiebetriebe und bewerteten die
im Fragebogen aufgeführten Kategorien. „Bei unseren Besuchen wurden wir freundlich
empfangen und unser Besuch war für viele Betriebe ein Anlass, das Thema Barrierefreiheit
noch einmal neu in den Blick zu nehmen“, so berichtet Elke Kroll, die gemeinsam mit
Menschen der Caritas Wohn- und Werkstätten vor Ort unterwegs war.
„Unser Ziel ist es, Betriebe für Barrierefreiheit zu sensibilisieren und anzuregen,
die Barrierefreiheit weiter auszubauen“, informiert Kathrin Jäger, Kreisgruppengeschäftsführerin
des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. „Für Menschen im Rollstuhl ist sie notwendig – für viele
weitere Bürgerinnen und Bürger ebenso ein Gewinn, denn auch Senioren mit Rollator
oder Eltern mit Kinderwagen profitieren von stufenlosen Zugängen“, so Jäger.
Martin Pantke, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Paderborn dankt den Engagierten
bei der Abschlussveranstaltung im Schützenhof für ihren Einsatz. „Zu wissen, ob man eine
Gaststätte alleine, also ohne Hilfe, besuchen kann, erhöht die Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben und trägt damit zur inklusiven Gestaltung Paderborns bei“, so Pantke.


Der Gastroführer wurde durch die Aktion Mensch gefördert. Er ist hier zu finden.

60 Gastronomiebetriebe werden im Gastroführer vorgestellt. Die Liste erhebt
keinen Anspruch auf Vollständigkeit.